Therapiefolgen

 

Medikamente gegen Hochdruck

Fast alle gängigen Bluthochdruckmittel können Potenzstörungen verursachen. In vorderster Linie allerdings hemmen Betablocker die Erektionsfähigkeit des Mannes. Diese Wirkung ist offensichtlich altersabhängig. Junge Männer können Probleme haben, ältere Männer haben höchstwahrscheinlich Probleme bei einer notwendigen Betablockertherapie. Streng medizinisch betrachtet gibt es kaum Alternativen zu einer Betablockertherapie. Der Betablocker ist in der Lage, die Lebenserwartung des Betroffenen zu verlängern, was bei anderen Hochdruckbehandlungen nicht sicher nachgewiesen ist. Aufgrund der Lebensqualität, die ein ausreichendes Liebesleben vermitteln kann, sollte gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Arzt die Therapie trotzdem auf andere Medikamente umgesetzt werden.
Hierfür ist es unbedingt notwendig, dem behandelten Arzt von dem Erektionsproblem zu berichten, damit eine entsprechende alternative Behandlung gefunden werden kann.

 

 

Medikamente gegen Depressionen

Die allermeisten modernen Antidepressiva führen eher zu einer Ejakulationsstörung als zu einer Erektionsstörung. Da Depressionen in aller Regel mit einer Appetenzstörung einhergehen, kann man erwarten, dass die Lebensqualität durch die wieder gefundene Lust sich verbessern wird. Dabei sollte eine gestörte Ejakulation bei erhaltener Erektionsfähigkeit das kleinere Problem sein. Auch hier fordere ich alle Betroffenen auf, sich bei neu aufgetretenen Störungen nach dem Beginn einer Medikamententherapie vertrauensvoll an den verschreibenden Arzt zu wenden. Die Mitteilung, dass eine Sexualstörung besteht, ist für den Arzt von hohem therapeutischen Interesse. Es gibt Alternativen, die wiederum allerdings andere Nebenwirkungen haben.

 

 

Beruhigungsmittel

Beruhigungsmittel (Tranquilizer) führen zu einer Abstumpfung von Interessen und damit auch zu Appetenzstörungen. Diese Medikamente sind eine eigenständige Gruppe in der psychiatrischen Therapie, die bei Langzeitgabe immer zu Suchtproblemen führen. Sie sind nicht zu verwechseln mit Antidepressiva, die ja überhaupt kein Abhängigkeitspotenzial besitzen. Tranquilizer sollten nur kurzfristig bei akuter psychischer Erregung eingesetzt werden. Somit sollte es unter normalen Umständen auch kein Problem mit dauerhaften Sexualfunktionsstörungen durch Tranquilizer geben. Haben jüngere oder ältere Patienten dennoch einen Missbrauch von Tranquilizern, so müssen die entstandenen Störungen akzeptiert werden oder die Sucht aufgegeben werden. Das der Sucht zu Grunde liegende Problem ist als erstes zu behandeln.

 

 

Antiandrogene Behandlungen (Tumortherapie)

Androgene (das sind männliche Hormone) sind für Lust, Erektion, Ejakulation und Orgasmusfähigkeit notwendig. Jeder Mensch besitzt Androgene, die Frau wie der Mann. Speziell beim Mann gibt sich häufig bei Prostatakrebs die Notwendigkeit, die Androgenwirkung chemisch auszuschalten. Das ist notwendig zur Eindämmung von Metastasenbildung. Die Behandlung führt zu Appetenzstörungen, die allerdings im Sinne einer längeren Lebenserwartung akzeptiert werden müssen. Man sollte mit dem Behandler allerdings diskutieren, wie er die Lebenserwartung ohne diese Therapieform einschätzt. Erst dann können Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.

 

 

viele Medikamente haben Einfluss auf den Sex

Medikamente einzunehmen bedeutet, Krankheiten zu haben. Manche Erkrankungen benötigen Medikamente, bei anderen Erkrankungen sind sie sinnvoll, aber nicht notwendig. Dieser Umstand sollte dem Patienten und dem Arzt zu denken geben, zumal bei vielen Therapieformen mit Störungen der Lust, der Erektion, die Ejakulation und der Orgasmusfähigkeit zu rechnen ist.
Ich führe hier nur ein paar Medikamente mit Nebenwirkungen auf die Sexualfunktionen auf, Nebenwirkungen, die nicht auftreten müssen, aber auftreten können.

Hier nun eine Zusammenfassung bedeutender Medikamenten Gruppen.

Medikamente gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva, Antihypertonika, vor allem Beta-Blocker)
Medikamente gegen Herzerkrankungen (ACE-Hemmer, AT-Blocker, Calziumantagonisten, alpha-Blocker)
Medikamente zum Entwässern (Diuretika)
Medikamente gegen Gicht
Medikamente zur Beeinflussung der Blutfette (Lipidsenker, Cholesterin-Senker, Blutfett-Senker)
Medikamente gegen Diabetes (Antidiabetika)
Medikamente zur Behandlung von psychischen Erkrankungen (Psychopharmaka), wie Depressionsmedikamente (Antidepressiva), Schlafmittel (Hypnotika), Beruhigungsmittel (Sedativa), Psychosemittel (Antipsychotika), Parkinsonmittel und Alzheimermedikamente (Antidementiva)
Medikamente zur Behandlung von Schmerz (Analgetika)
Medikamente zur Behandlung von schwerem Schmerz (Morphine)
Medikamente zur Behandlung von Rheuma, Spondylitis, M. Bechterew, Gicht, Arthritis und Arthrosen (NSAR)
Medikamente gegen chronische Entzündungen, Asthma, Allergien wie Kortison (Kortikosteroide)
Medikamente gegen Magen- und Darmerkrankungen (Prokinetika, H2 Blocker, Protonenpumpenhemmer)
Medikamente gegen verschiedene Infektionen (Antibiotika)
Mittel gegen Krebserkrankungen (Aromatasehemmer, Antiandrogene)
Haarwuchsmittel (Antiandrogene)
Medikamente gegen Epilepsie (Antiepileptika)
Medikamente gegen Harninkontinenz (Parasympatomimetika)
Medikamente zur Blutgerinnungskontrolle (Antikoagulanzien)

Eine übersichtliche tabellarische Zusammenstellung finden Sie auch unter folgendem Link der Impotenz Selbsthilfe

 

 

chirurgische Eingriffe

Viele Operationen können Auswirkungen auf die körperliche oder seelische Integrität des Mannes haben.
In erster Linie sind die Prostataoperationen, besonders die radikale Prostatektomie und gegebenenfalls auch die beidseitige Hodenentfernung im Rahmen der Behandlung eines Prostatakarzinoms.
Bei diesen Operationen werden zwangsläufig Nerven gestört, die für die Erektionsfähigkeit verantwortlich sind. Auch bei Mastdarm Operationen oder Gefäßoperationen im kleinen Becken ist mit Nervenschädigung zu rechnen.
Im Rahmen von Durchblutungsstörungen der Beine wird oft der Sympathikus teilweise entfernt. Dieses Nervengeflecht ist auch für eine normale Funktion des Penis verantwortlich.
Blasenoperationen, wie Blasenentfernung bei Krebserkrankung, schädigen auch die Nervenversorgung der Geschlechtsorgane.
Nicht zuletzt können Rückenmarksoperationen oder Hirnoperationen zu einer Schädigung der Steuerung des Genitales führen.
Bei Frauen können chirurgische Eingriffe im Bereich des Beckenbodens, wie Gebärmuttersentfernung, Inkontinenzoperationen, Darmoperationen, Eingriffe an der Vagina und vieles andere mehr zu Störungen der Anatomie und des Empfindens führen. Auch können Krebsoperationen an der weiblichen Brust zu einer emotionalen Kränkung führen, was das Sexleben nachhaltig verändern kann.

 

 

Bestrahlungen

Radioaktive Behandlungen oder Bestrahlungen des männlichen Beckens können zu Funktionsstörungen führen. Dass diese Behandlungen immer im Rahmen von Tumorerkrankungen durchgeführt werden, kann man selten auf sie verzichten. Durch besonders schonende Therapieplanung können die Folgen gelegentlich gering gehalten werden.

 

 

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